Mental Health: Wie junge Menschen Hilfe finden
Jugendliche sprechen heutzutage bereitwilliger über Mental Health. Das trägt ihnen fälschlicherweise das Etikett der Überempfindlichkeit ein, denn sie reagieren auf Erfahrungen, Beobachtungen und Bedrohungen der Jetztzeit. Social Media sind eine wichtige Informationsquelle, um Symptome und mögliche Diagnosen abzugleichen. Doch die meisten Angebote dort sind nicht fachlich geprüft.
Gleichzeitig kann die intensive Smartphonenutzung selbst zur Belastung werden. Was Menschen unter 30 beschäftigt und wie Hilfsangebote für diese Zielgruppen gestaltet werden müssen, war Thema des 2. Future Health Talk Mitte Juni in Wien. Auf Initiative von Merck Österreich tauschten sich Fachleute und junge Erwachsene über Lücken in der Versorgung und hilfreiche niederschwellige Angebote aus.
Zu Gast bei APA-Science sind Simon Schultze, Medical Director bei Merck Österreich, und Oliver Scheibenbogen, klinischer Psychologe und Fachmann für digitale Süchte am Anton-Proksch-Institut. In einer Umfrage des Pharmaunternehmens Merck gaben 2024 mehr als die Hälfte der 630 jungen Befragten in Österreich an, körperlich oder mental belastet zu sein.
Scheibenbogen hat im Frühjahr 2026 das Dok1-Handyexperiment des ORF wissenschaftlich begleitet. Die Auswertung zehntausender Fragebögen von Schülerinnen und Schülern ergab, dass Schlafstörungen beinahe jede:n Zweite:n betreffen und zwei Drittel der Schüler:innen von zumindest leichten Depressionen berichten.
Bei einer Veranstaltung am 16. Juni wurde gemeinsam mit der Zielgruppe der Handlungsbedarf für eine verbesserte Mental Health Awareness und Versorgung herausgearbeitet. Die Menge der Angebote ist nicht das Problem, mehr die Durchschaubarkeit des Systems und die Gestaltung der Kontaktpunkte. Wo allerdings wirklich eine Lücke klafft, ist in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.